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Betriebliche Altersversorgung

 

Damit die Besten bleiben

Es ist das Horrorszenario jedes Chefs: Ein Leistungsträger aus dem Unternehmen kündigt. Er hat bei einer anderen Firma ein unterschriftsreifes Angebot erhalten und kann dort zum nächsten Karrieresprung ansetzen. So können Sie ihn halten.

 

Jedes Jahr wechseln nach Aussagen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung rund drei Prozent der Beschäftigten in Deutschland ihren Job. Und nach Angaben der Jobbörse StepStone suchen sich Fachkräfte durchschnittlich sogar alle vier Jahre einen neuen Arbeitgeber. Dabei gehen jedes Mal wertvolles Know-how und Wissen verloren.
 
Neuakquise und Einarbeitung kosten Zeit und Geld. Da kommen schnell einige Zehntausend Euro zusammen. Wie aber können Unternehmen wertvolle Mitarbeiter ans Unternehmen binden?
 
Vonseiten der Mitarbeiter spielen bei der Auswahl des Arbeitsgebers neben den Aufgaben und der Bezahlung weitere Faktoren eine wichtige Rolle. So hat eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Allianz ergeben: 30 Prozent der Befragten loben die betriebliche Altersvorsorge (bAV) durch den Arbeitgeber. Sie ist besonders für 35-bis 44-jährige Arbeitnehmer ein Pluspunkt: Mehr als 40 Prozent sehen sie als attraktiven Job-Vorteil – und erzählen ihren Freunden und Bekannten davon. Nur das Gehalt ist rund 40 Prozent der Befragten noch wichtiger.
 
Neben weichen Faktoren wie Mitarbeiterrabatten, Kantine, Sport- und Gesundheitsangeboten gehört die betriebliche Altersversorgung damit inzwischen zu den wichtigen personalpolitischen Instrumenten der Mitarbeiterbindung und Mitarbeitermotivation. Wie das Gehalt sind auch die vom Arbeitgeber gezahlten Beiträge zur Betriebsrente des Mitarbeiters steuerlich wirksam als Betriebsausgabe anzusetzen. Sie mindern den Gewinn und damit die Steuerlast. Zudem gilt: Die Beiträge zur bAV sind für den Arbeitgeber sozialversicherungsfrei.

Vorteilhaft für alle: Entgeltumwandlung

Die Arbeitgeber können ihre Arbeitnehmer aber auch bei der Entgeltumwandlung unterstützen: Entschließt sich ein Mitarbeiter, Teile seines Gehalts in eine Betriebsrente umzuwandeln, kann das Unternehmen den durch die Entgeltumwandlung gesparten Arbeitgeberanteil der Sozialabgaben ganz oder teilweise als Entgeltumwandlungszuschuss an die Mitarbeiter weitergeben. Dies hat Vorteile für alle: Der Mitarbeiter bekommt rund 20 Prozent mehr, und für den Arbeitgeber ist dieser Zuschuss völlig kostenneutral.
 
Das kommt an: Bereits heute bietet fast die Hälfte aller Unternehmen einen Arbeitgeberzuschuss zur Betriebsrente – bei Großunternehmen ist der Anteil nochmals deutlich höher. Dass sich das Engagement des Chefs für den Mitarbeiter in barer Münze auszahlt, zeigt auch eine Berechnung des unabhängigen Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP). Spart ein Mitarbeiter beispielsweise 125 Euro monatlich und bekommt vom Unternehmen noch 25 Euro obendrauf, dann erreicht er mit seiner Betriebsrente eine Rendite nach Steuern von rund vier Prozent. Und das in Zeiten niedriger Zinsen und Anlagenotstand bei den Sparern. Um eine wertgleiche Nettorente erzielen zu können, müsste eine alternative Anlage wie beispielsweise ein Sparplan oder Aktienfonds eine Rendite vor Abgeltungssteuer von fast sieben Prozent erzielen.
 
Die bAV ist und bleibt ein leistungsstarkes Vorsorgeinstrument. Professor Dommermuth vom IVFP weiß: „Die staatliche Förderung macht die bAV zu einer besonders lukrativen Form der Altersvorsorge. Und gibt ein Unternehmer seine Sozialversicherungsersparnis als Zuschuss an seine Mitarbeiter weiter, beweist er soziale Verantwortung und steigert seine Attraktivität als Arbeitgeber zusätzlich.“

 

Arbeitgeberbeteiligung: für den Extra-Kick 1)

Entgeltumwandlung von 125 € zzgl. 25 € AG-Zuschuss (20 %) Einkünfte
35.000 €
Einkünfte
50.000 €
Bruttomonatsrente562 €562 €
Nettomonatsrente416 €378 €
Förderquote54,93 %56,17 %
Rendite p. a. nach Steuer4,69 %4,18 %
Rendite p. a. nach Steuer/Minderung DRV 2) 4,49 %3,97 %
Rendite, die eine alternative Anlage, z. B. in einem Aktienfonds, vor Abgeltungssteuer erzielen müsste, um dieselbe Nettorente auf der Basis der unterstellten durchschnittlichen Lebenserwartung (DAV 2004) zu zahlen:
Alternative Anlagen, z. B. Aktienfonds6,97 %6,71 %
1) Bei einem Beitrag von 125 Euro zzgl. 20 %, AG-Zuschuss, Alter 30 Jahre
2) Minderung des DRV durch Entgeltumwandlung wurde berücksichtigt.
Bezeichnungen Stand 2015, wurde vom Institut für Vorsorge und Finanzplanung zur Verfügung gestellt.

Attraktiv für Unternehmer und Beschäftigte gleichermaßen, trotzdem in Deutschland immer noch unterentwickelt: die Umwandlung von Entgelt in Betriebsrentenzahlungen
 


Text: Katrin Wahl; Foto ganz oben: fotolia/Lars Zahner