Allianz Deutschland
Allianz Bild Windräder für die Versicherten

Allianz Private Krankenversicherung

 

Windräder für die Versicherten

Immobilien, Infrastrukturprojekte und Aktien – was hat das alles mit der Krankenversicherung zu tun? Produktvorstand Jan Esser und Chefanleger Andreas Lindner erklären, warum jeder Privat-Krankenversicherte gleichzeitig auch Kapitalanleger ist.

Die Allianz Private Krankenversicherung investiert für ihre Kunden in Windräder, in Immobilien, in Anleihen und Aktien weltweit. Wie kommt das? Was hat eine Krankenversicherung mit dem Kapitalmarkt zu tun?
 
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Dr. Jan Esser, Vorstand der Allianz Private Krankenversicherung.

Esser: Unsere Kunden sind mit dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung sofort auch Kapitalanleger. Das kommt daher, dass wir für jeden Versicherten ein Finanzpolster für die voraussichtlich höheren Gesundheitsausgaben im Alter aufbauen. In jüngeren Jahren zahlt man dazu etwas mehr, um im Alter die Beiträge zu stabilisieren.

Steigen im Alter die Beiträge nicht automatisch, weil man öfter zum Arzt gehen muss?
 

Esser: Das könnte man auf den ersten Blick meinen, das ist aber nicht der Fall. Denn dass man mit steigendem Alter häufiger zum Arzt geht und so höhere Kosten verursacht, wissen wir ja heute schon. Um diese absehbar höheren Kosten später ausgleichen zu können, legen wir bei jüngeren Versicherten einen Teil ihres Beitrags am Kapitalmarkt an und subventionieren mit dem über die Jahre durch Zins und Zinseszins angewachsenen Sparbeitrag später die Beiträge im Alter. Allein dadurch, dass man älter wird, steigen unsere Beiträge also nicht.

Aber wieso steigen die Beiträge dann im Laufe der Zeit trotzdem?
 

Esser: Das liegt vor allem am medizinischen Fortschritt. Viele Krankheiten lassen sich heute noch in einem viel fortgeschritteneren Stadium behandeln als noch vor ein paar Jahren. Dank computergestützter Methoden operieren Ärzte präziser als je zuvor. Und chronisch Kranke können mit neuen, biologischen Medikamenten besser leben. Die medizinische Versorgung war noch nie so gut wie heute, aber das kostet auch mehr. In nur drei Jahren sind allein die Arzneimittelpreise um zwölf Prozent gestiegen. Die Gesundheitsausgaben in Deutschland allgemein haben sich in 20 Jahren verdoppelt. Das lässt auch Beiträge steigen.

Und für die Kostensteigerungen durch den medizinischen Fortschritt ist die Kapitalanlage nicht gedacht?
 

Esser: In erster Linie ist die Kapitalanlage tatsächlich für das Alter da. Aber nicht nur. Weil wir bei der Allianz die Gelder sehr erfolgreich anlegen, können wir zusätzliche Rücklagen für unsere Kunden aufbauen. Damit mildern wir selbst in jüngeren Jahren immer wieder auch Beitragserhöhungen ab, die durch den medizinischen Fortschritt verursacht werden.

Welcher Teil der Beiträge wird denn am Kapitalmarkt angelegt?
 
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Andreas Lindner,  Chefanleger von Allianz Investment Management. 

Esser: Bei einer Krankenvollversicherung sind das zunächst etwa 30 Prozent.

Lindner: Insgesamt kommen wir so auf 34 Milliarden Euro, die wir als Anlagespezialisten der Allianz für die Kunden unserer privaten Krankenversicherung investieren. Pro Tag legen wir etwa 20 Millionen Euro neu an.

In der Niedrigzinsphase ist es ja nicht gerade einfach, attraktive Kapitalerträge zu erzielen. Jeder Privatanleger kennt das – zum Beispiel Tagesgeld wird nur noch mit Winzig-Renditen von unter einem Prozent verzinst. Welche Rendite erzielt die APKV mit ihrer Kapitalanlage?
 

Lindner: Wir haben zuletzt eine Nettoverzinsung von 4,1 Prozent ausgewiesen.

Wie machen Sie das? Was unterscheidet einen Großanleger wie die Allianz bei der Auswahl der Anlage von einem Privatanleger?
 

Lindner: Als ein Investor, der Versichertengelder anlegt, haben wir ganz andere Möglichkeiten als jeder Privatanleger. Wir können in der Regel über viele Jahrzehnte planen, weil ja auch die Versicherungsverträge unserer Kunden so lange laufen. Deshalb haben wir einen extrem langen Anlagehorizont.
 
Außerdem stehen uns sehr große Volumen zur Verfügung, denn wir legen nicht nur die Gelder der APKV-Versicherten an, sondern auch die vieler Kunden anderer Allianz Gesellschaften wie der Allianz Leben oder der Allianz France. Das ermöglicht uns den Zugang zu Infrastrukturprojekten oder auch zu sehr großen Büro- und Gewerbeimmobilien.
 
Für ein einzelnes Objekt sind mehrere hundert Millionen Euro notwendig, und diese Summen sind dort oft über 10, 20 Jahre oder noch länger fest investiert. Das kommt für keinen Privatmann infrage und für die meisten institutionellen Anleger wie Banken oder Fonds auch nicht. Wir erhalten dafür attraktive Renditen von fünf bis acht Prozent.

Können Sie ein konkretes Beispiel nennen, wo die Gelder hinfließen?
 

Lindner: Wir haben Gelder unserer Kunden unter anderem in das italienische Autobahnnetz investiert, in das Londoner Abwassersystem, in Windräder in Italien, Frankreich und Deutschland und in einen Büroturm der New Yorker Hudson Yards, das ist ein neues, sehr prestigeträchtiges Viertel in Manhattan. Auch in Parkuhren in Chicago.

Wie hoch ist denn der Anteil dieser Großanlagen?
 

Lindner: Aktuell liegt der Anteil der sogenannten alternativen Investments etwa bei 14 Prozent. Wir möchten dies aber auf etwa 20 Prozent ausweiten.

Und das ist das gesamte Geheimnis Ihres Anlageerfolgs?
 

Lindner: Dies ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Anlagestrategie. Wichtig ist ebenfalls unser breiter Anlagemix. Während viele deutsche Privatanleger auf einige wenige Anlagen setzen und diese meistens in ihrem Heimatland oder Europa wählen, investieren wir weltweit.
 
Schwächelt ein Investment, ist die Chance gut, dass mehrere andere das ausgleichen. Außerdem erhält ein Großanleger wie die Allianz bei vielen Anlagen günstige Konditionen. Das erhöht die Renditechancen.

Herr Esser, können Sie sich wünschen, in was genau investiert wird? Schließlich entwerfen Sie ja die Tarife, in die die Anlagegewinne fließen.
 

Esser: Meine Vorstandskollegen und ich legen nicht fest, welche konkrete Immobilie wir kaufen oder welche Aktien. Genau dafür haben wir ja unsere Spezialisten wie Herrn Lindner und sein Team. Wir geben aber die Anlagestrategie vor. Wir legen also beispielsweise fest, dass der Anteil der alternativen Investments ausgebaut werden soll oder dass die Aktienquote erhöht wird.

Gerade an den Aktienbörsen geht es immer wieder extrem auf und ab. Wie stark werden Sie von den täglichen Ausschlägen an den Börsen beeinflusst?
 

Lindner: Als langfristiger Anleger können wir diese Ausschläge gut wegstecken und kurzfristige Marktschwankungen aussitzen. Wir brauchen in der Regel nicht bei schlechten Kursen zu verkaufen. Trotzdem beobachten wir den Markt natürlich sehr genau. Denn Kursausschläge nach unten bieten für uns auch immer die Chance, Aktien zu günstigen Einstiegskursen zu kaufen.

Wie beurteilen Sie die Zukunft? Wird die Kapitalanlage schwieriger?
 

Lindner: Durch die seit Jahren extrem niedrigen Zinsen hat sich das gesamte Anlagegeschäft natürlich verändert. Noch vor zehn Jahren bekam man beispielsweise auf Pfandbriefe Renditen von vier bis fünf Prozent im Jahr. Die gesamte Versicherungsbranche konnte so relativ einfach eine auskömmliche Rendite erzielen.
 
Das ist vorbei. Für jeden am Kapitalmarkt ist das eine große Herausforderung. Als Allianz können wir hierbei aber zugleich auch unsere Stärken ausspielen: Wir haben ein Anlageteam mit Experten in der ganzen Welt, und wir sind auf Langfrist-Investments fokussiert. Dadurch haben wir immer noch ein weites Spektrum an attraktiven Anlagen für unsere Kunden. Das unterscheidet uns von vielen Wettbewerbern.
 
Esser: Wie erfolgreich wir agieren, zeigen auch die Bewertungen unabhängiger Rating-Institute. Sie zeichnen uns regelmäßig für unsere Finanzkraft und Unternehmensstärke mit Top-Noten aus. Unsere Versicherten sind bei uns also in den besten Händen.

 


Interview: Alexandra Kusitzky; Foto ganz oben: iStock/deepblue4you